Mit der Digitalen Ausstattung (DONUM), die Anfang 2026 in Kraft tritt, dem neuen Artikel R.4127-13-1 des Ethikkodex über die Nutzung von KI und den sich vervielfältigenden Telemedizin-Tools, entwickelt sich der regulatorische und technische Rahmen der medizinischen Praxis schnell weiter. Welche konkreten Hebel ermöglichen es heute, die administrative Belastung zu reduzieren, den Austausch von Gesundheitsdaten zu sichern und die Patientenbetreuung in der Stadtpraxis zu verbessern?
Digitale Ausstattung DONUM und ethischer Rahmen: Was sich 2026 für die Arztpraxis ändert
Seit dem 1. Januar 2026 ersetzt die Digitale Ausstattung (DONUM) das Strukturpauschale für niedergelassene Ärzte. Der Mechanismus bleibt eine Unterstützung für die Ausstattung und die digitalen Anwendungen, aber der Betrag kann bis zu 2.940 Euro pro Jahr für Praktiker betragen, die eine Ségur-zertifizierte Software, eine sichere Gesundheitsnachricht, die Tele-Dienste der Krankenkasse oder die Nutzung von Mon Espace Santé verwenden.
Diese Finanzierung deckt nun auch bestimmte Module zur Unterstützung beim Schreiben durch künstliche Intelligenz und die Online-Terminvereinbarung ab, vorausgesetzt, die Tools entsprechen der staatlichen Zertifizierung. Für Ärzte, die zögerten, in eine Telekonsultationssoftware oder einen externen Telefonservice zu investieren, verändert die DONUM die finanzielle Gleichung.
Parallel dazu schafft das Dekret Nr. 2026-691 vom 27. Juli 2026 den Artikel R.4127-13-1 im medizinischen Ethikkodex. Dieser Text regelt speziell die Nutzung digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz in der Patientenversorgung. Jeder Arzt, der ein KI-Tool integriert, muss in der Lage sein, dessen Funktionsweise dem Patienten zu erklären und die klinische Verantwortung zu übernehmen.
Fachleute, die diese digitalen Lösungen und ihre praktischen Implikationen vertiefen möchten, können die Website Dr Hackney net konsultieren, um die für ihre Fachrichtung geeigneten Ressourcen zu identifizieren.
| Kriterium | Ehemaliges Strukturpauschale | DONUM (2026) |
|---|---|---|
| Maximaler jährlicher Betrag | Variabel je nach Indikatoren | Bis zu 2.940 Euro |
| Übernahme medizinischer KI | Nicht vorgesehen | Förderfähige Ségur-zertifizierte Module |
| Ethikpflicht KI | Keine spezifische Regelung | Artikel R.4127-13-1 des Ethikkodex |
| Gesicherte Nachrichten | Empfohlen | Zulassungsvoraussetzung |

Telekonsultation und Teleexpertise: zwei Telemedizin-Tools mit unterschiedlichen Logiken
Die Telekonsultation stellt eine direkte Verbindung zwischen Arzt und Patient über Video her. Die Teleexpertise hingegen verbindet zwei Gesundheitsfachleute: einen anfragenden Arzt und einen angeforderten Spezialisten. Beide Systeme erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse, und ihre Auswirkungen auf die Organisation der Praxis sind nicht dieselben.
Die Telekonsultation reduziert die Reisezeit für den Patienten und ermöglicht es dem Arzt, einen regelmäßigen Fluss von Konsultationen aufrechtzuerhalten, insbesondere in unterversorgten Gebieten. Im Gegensatz dazu verkürzt die Teleexpertise die Wartezeit auf eine Fachmeinung, ohne einen zusätzlichen Patientenzeitraum in Anspruch zu nehmen. Ein Allgemeinarzt kann eine Akte (Bildgebung, Biologie, Fotos) an einen Dermatologen oder Kardiologen übermitteln und innerhalb kurzer Zeit eine strukturierte Rückmeldung erhalten.
Aufmerksamkeitspunkte für die Integration in die Praxis
Die Teleexpertise erspart dem Patienten eine unnötige Fachkonsultation, was medizinische Zeit auf beiden Seiten freisetzt. Damit diese Tools im Alltag funktionieren, müssen drei Bedingungen erfüllt sein:
- Eine Ségur-zertifizierte Branchensoftware, die in der Lage ist, Dokumente über die sichere Gesundheitsnachricht (MSSanté) zu senden und zu empfangen
- Eine stabile Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite für Video, was in einigen ländlichen Gebieten ein echtes Hindernis darstellt
- Eine vollständige Nachverfolgbarkeit im Patientenakte: Jeder Telemedizinakt muss wie eine physische Konsultation dokumentiert werden
Gesundheitsdaten und Mon Espace Santé: den Austausch mit dem Patienten strukturieren
Mon Espace Santé ist seit 2022 für nahezu alle Sozialversicherten aktiviert. Jeder Gesundheitsfachmann kann dort Dokumente (Rezepte, Berichte, Überweisungsbriefe) ablegen und sichere Nachrichten mit seinen Patienten austauschen, abhängig von seiner Fachrichtung und den erteilten Berechtigungen.
Die regelmäßige Nutzung von Mon Espace Santé ist ein Zulassungskriterium für die DONUM. Es ist keine optionale Nutzung mehr: Die öffentliche Finanzierung ist an die tatsächliche Nutzung dieses Raums gebunden. Für den Arzt bedeutet dies, dass er die Ablage von Dokumenten in den täglichen Arbeitsablauf integrieren muss, idealerweise automatisiert über die Branchensoftware.
Prävention und langfristige Nachverfolgung
Der Patientenraum ermöglicht es auch, gezielte Präventionsinhalte weiterzugeben. Ein Arzt kann eine Impfauffrischung, ein postoperatives Protokoll oder einen Nachverfolgungsfragebogen direkt im Raum des Patienten senden. Dieser sichere Kanal ersetzt den Austausch über unverschlüsselte E-Mails, die ein Compliance-Problem im Hinblick auf die DSGVO und den Rahmen der E-Gesundheit darstellen.

CPTS und koordinierte Praxis: Werkzeuge zwischen Gesundheitsfachleuten gemeinsam nutzen
Die Territorialen Professionellen Gesundheitsgemeinschaften (CPTS) vereinen Ärzte, Krankenschwestern, Apotheker und andere Fachleute aus demselben Gebiet. Ihr Interesse an der Optimierung der medizinischen Praxis beruht auf der gemeinsamen Nutzung: gemeinsames Sekretariat, gemeinsame Behandlungsprotokolle, Koordinationsplattform.
Eine CPTS ermöglicht es beispielsweise, den Zugang zu nicht geplanten Behandlungen zu organisieren, ohne eine einzelne Praxis zu überlasten. Der Arzt, der an diesem territorialen Netzwerk teilnimmt, reduziert den Druck auf seine eigene aktive Patientenliste und verbessert gleichzeitig die Kontinuität der Versorgung für seine Patienten.
Die Mitgliedschaft in einer CPTS eröffnet auch den Zugang zu kollektiven Finanzierungen für gemeinsam genutzte digitale Werkzeuge: gemeinsamer Online-Kalender, Teleexpertise-Protokolle zwischen Mitgliedern, koordinierte Präventionsmaßnahmen. Diese Investitionen wären für eine isolierte Praxis schwer rentabel.
Die Wahl eines digitalen Werkzeugs, sei es eine Telekonsultationssoftware, ein KI-Modul oder eine sichere Nachricht, hängt weniger von seinen Rohfunktionen ab als von seiner Integration in das Ökosystem der Praxis und des Gebiets. Die DONUM und der neue ethische Artikel schaffen einen klaren Rahmen: Die Finanzierung existiert, die Verpflichtungen auch. Das entscheidende Kriterium bleibt die Ségur-Kompatibilität der Branchensoftware, die sowohl die finanzielle Unterstützung als auch die regulatorische Konformität bedingt.



